OH, NINA!

NINA SIMONE EDITORIAL 1/2

 

Nina Simone – die Queen of Soul – wurde 1933 als Eunice Kathleen Waymon in Tryon, North Carolina geboren. Ihre musikalische Ambition zeigte sich bei der jungen Eunice schon im Alter von 4 Jahren, als sie in der Kirche ihrer Mutter Klavier spielte. Professioneller Unterrichte folgte und die kleine Eunice trainierte am Tag sieben bis acht Stunden um ihrem Traum – die erste schwarze, weibliche Pianistin in der Geschichte Amerikas zu werden – näher zu kommen.

NINA SIMONE

Nach der Absage an einer renommierten Musikschule – die im übrigen rassistische Motive hatte – musste die junge Eunice arbeiten und fand einen Job im Midtown Bar&Grill in New Jersey. Klavier spielen allein reichte jedoch nicht mehr und so fing sie an, das erste mal in ihrem Leben zu singen, während sie sich mit dem Klavier begleitete. Aus der Pianistin Eunice Kathleen Waymon wurde somit die Sängerin und Pianistin NINA SIMONE.

DER GROßE DURCHBRUCH

Ihre eigens komponierten Stücke wurden zu den Lieblingen der Zuhörer und schon bald folgten Auftritte auf Jazzfestivals und im Fernsehen, wie einst in der Sendung „Playboy´s Penthouse“ von Hugh Hefner. Simone heiratete 1961 ihren Ehemann und späteren Manager Andrew Stroud und nur ein Jahr später kam ihre gemeinsame Tochter Lisa zur Welt. Stroud verhalf ihr bei ihrem großen Durchbruch in der Branche, vermarktete sie so gut wie kein anderer und förderte ihren großen Traum einmal in ihrem Leben in der Carnegie Hall in Manhattan auftreten zu dürfen, in der zu dieser Zeit nur angesehene klassische Musiker auftraten.

DER STIL DER SOUL-QUEEN

Die „RICH BLACK BITCH“, die sie immer sein wollte, fand nun ihren Platz in der Musikbranche und sämtliche Radiosender waren begeistert von ihrem außergewöhnlichen Soul-Sound. Das Außergewöhnliche packte sie nicht nur in ihre Texte, sondern auch in ihren ganz eigenen Stil. Mit auffallenden Abendroben, pompösem Schmuck und extravaganten Kopftücher definierte sie ihren ganz eigenen Look. Genau damit wollte sie der Welt nochmals verdeutlichen, dass sie es geschafft hat genau die „RICH BLACK BITCH“ zu werden, von der sie einst sprach.

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Nina Simone, 1969 © Wikimedia

DER SINN DES LEBENS

Was Simone jedoch immer fehlte, war der Sinn in ihrem Leben. Diesen fand sie während der Bürgerrechtsbewegung in den Sechziger Jahren. Sie veröffentlichte den Song Mississippi Goddam in dem sie über einen Anschlag auf eine Kirche in Alabama sang, bei dem mehr als 20 afroamerikanische Bürger starben. Nina fand den Sinn des Lebens, indem sie mit ihrer Musik andere Afroamerikaner dazu inspirieren wollte, sich mit ihrer durch die Sklaverei meist verloren gegangenen Identität auseinanderzusetzen. Sie wurde neben Martin Luther King, James Baldwin, Malcolm X, Lorraine Hansburry uvm., ein essenzieller Teil der Bürgerrechtsbewegung.

DIE FLUCHT AUS DEM GRAUSAMEN ALLTAG

Nach dem Tod Martin Luther Kings 1968 und den damit verbunden Tötungen vieler afroamerikanischer Bürger, wanderte Nina aus Verzweiflung und Verbitterung nach Liberia aus. Dort fühlte sie sich angekommen und zu Hause. Was sich jedoch in den Jahren verschlimmerte, waren die Depressionen, unter denen Nina Simone bereits seit vielen Jahren litt.

DIE HOHEPRIESTERIN DES SOUL

Nach Ihrer Zeit in Liberia zog Simone schließlich Ende der Siebziger in die Schweiz und später nach Paris. Zu diesem Zeitpunkt hatte ihre Krankheit jedoch das schlimmste Stadium erreicht und die Ärzte diagnostizierten eine manische Depression. Nina kämpfte sich auch durch diese harte Zeit und tourte um die Welt. Durch einen Werbespot von Chanel im Jahr 1987 – indem ihr Song My Baby Just Cares For Me eingespielt wurde – erlebte sie ein Revival. Bis zu ihrem Tod im Jahr 2003 erstrahlte als die „Hohepriesterin des Soul“ auf den Bühnen dieser Welt. Jeder, der sie live erleben durfte, wird diesen Moment wohl für immer in seinem Herzen tragen.

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Nina Simone, 1982 © Wikimedia

 

Collage zusammengesetzt aus:
Bild von Nina Simone Close-Up: Netflix Dokumentation „What happened, Miss Simone?“
Bild von Nina Simone s/w © Wikimedia
Bild Klavier © Pexels.com

6 Kommentare zu „OH, NINA!

    1. Liebe Sandra,

      vielen Dank für dein positives Feedback.
      Das Sound-Closet-Team wünscht dir und deiner Familie eine besinnliche Weihnachtszeit.

      Liebe Grüße,
      Rossella

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    1. Lieber Christian,

      vielen Dank für dein Feedback. Freut mich sehr, dass dir der Post gefällt 😀

      Liebe Grüße und einen guten Rutsch ins Jahr 2018,
      Rossella

      Gefällt mir

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